[Diskussionsbeitrag] Wie Hive nutzen? Der Hive-Nutzen
@revolwritings
Posted 5d ago · 4 min read
Ich habe in meinem Blog schon vor über einem halben Jahr einen Beitrag zum @revolwritings/de-so-entkomme-ich-dem-doom-scrolling" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doom-Scrolling geschrieben. Mein Ziel war es, mich von meiner eingefleischten Routine zu lösen, die mich regelrecht dazu zwang, in meiner Freizeit zum Handy zu greifen und ewig durch Instagram zu scrollen, ohne eine Art des bewussten Konsums zu verfolgen, der mich bereichern könnte. Auf die Zeit kritisch rückblickend muss ich leider feststellen, dass diese Gewohnheit nicht überwunden ist. Instagram macht bei mir immer noch einen großen Teil meiner "Screen Time" aus. Ein gesunder Konsum wäre dabei wahrscheinlich einer, der auch 20 Minuten täglich begrenzt ist, um auf die Nachrichten von Freunden zu antworten und kurz die Beiträge derjenigen Creator zu schauen, die einen wirklich interessieren. Alles darüber hinaus ist nicht sonderlich wertvoll. Positiv kann ich allerdings festhalten: Ich habe festgestellt, wie sehr der Konsum mit der Umgebung zu tun hat. Eine Umgebung die zur produktiven Arbeit - darunter zähle ich auch lesen oder andere "Quality Time" - anregt kann geschaffen werden. Außerdem sind Angewohnheiten, wie etwa das Handy außerhalb des Sichtfelds zu legen, gute Hilfen. Nicht zuletzt sollte ich auch anmerken, dass ich tatsächlich deutlich mehr ins Lesen physischer Bücher vertieft war. Es gab also definitiv eine positive Entwicklung.
Ich habe mir im Beitrag allerdings auch eine andere Aufgabe gestellt: Mehr Zeit auf Hive verbringen. Und genau darum, beziehungsweise vielmehr meine Gedanken zum Charakter von Hive, soll es in diesem Beitrag gehen. Ich hoffe damit zur Diskussion anzuregen.
Die Hauptfrage soll sein: Ist der Charakter von Hive grundlegend ein anderer als der von Instagram? Oder ist Hive das psychologisch schlechter optimierte Instagram?
Es scheint relativ selbsterklärend, dass stundenlanges Scrollen durch Videos bei Instagram keinen wirklichen Mehrwert für den Konsumenten bietet. Vielleicht ist gelegentlich mal ein spannender Beitrag dabei. Die absolute Fülle ist allerdings Müll, der sicherlich gut für die Betäubung des Gehirns funktioniert - mehr allerdings auch nicht. Und auch wertvolle Beiträge nimmt man in seinem Rausch selten mit der Aufmerksamkeit war, wie sie es verdient hätten und verarbeitet die darin enthaltenen Informationen entsprechend schlecht.
Aber wie verhält es sich bei Hive? Hive ist zweifelsfrei ein soziales Medium, wie Instagram auch. Instagram öffne ich allerdings intuitiv, um einer Art Entzugserscheinung entgegenzuwirken. Hive öffne ich bewusst. Daraus entstehen bei Hive auch lange Phasen in denen ich nicht aktiv bin. Das passiert mir bei Instagram nicht. Hive nutze ich primär in Phasen in denen ich für Hive produziere, also Texte schreibe. Instagram nutze ich primär zum konsumieren. Produzieren tue ich hier abseits von 1-2 Kommentaren pro Woche und 2-3 Posts pro Jahr mit meinen Bildern gar nichts. Konsum auf Hive ist eher ein Nebeneffekt meiner Nutzung.
Ich stelle mir die Frage, wie sehr meine Nutzung von Hive mit dem Aufbau von Hive zu tun hat. Ist das Gehirn wegen der einfacheren Aufnahmefähigkeit einfach leichter dazu zu bringen, Videoinhalte statt Textinhalte zu konsumieren? Gibt es auf Hive weniger Inhalte, die mich interessieren, verglichen mit Instagram oder vor allem auch YouTube? Die letzte Frage lässt sich ganz klar mit ja beantworten.
Der Nutzer @satren hatte in letzter Zeit eine wunderbare Serie hier auf Hive, in der die Grundlegenden Strukturen der BRD wunderbar dargestellt wurden. Ich habe die Serie geliebt und habe daraus sicherlich einiges mitgenommen. Auch einige Beiträge, die in der Community von WorldMapPin gepostet werden, sind von Zeit zu Zeit relativ spannend. Dennoch haben die Beiträge offensichtlich nicht denselben Sucht-Faktor wie Instagram Reels. Denn ich bin "aus dem Loop gefallen" und habe zwischendurch aufgehört diese Beiträge zu konsumieren. Ein Gefühl der Belohnung vom Gehirn, wie ich es etwa bekomme, wenn ich manche Travel-Vlogger auf YouTube gucke, habe ich nie bekommen.
Meine aktuelle Tendenz geht also in die Richtung: Hive ist eine Social-Media-Plattform, die im Charakter Instagram sehr ähnlich ist. Sinnvolle Zeitnutzung auf Hive à la "etwas neues gezielt lernen und seinen Horizont erweitern" ist keine gegebene Funktion. Das Gefühl der kognitiven Betäubung bekommt Instagram auch deutlich besser gemeistert. Sicherlich ist es einfacher als auf Instagram seine Zeit sinnvoll auf Hive zu nutzen und etwas brauchbares dazu zu lernen. Aber hier kommt die "Nieschigkeit" von Hive in die quere. Die Plattform ist relativ klein; es gibt wenige umfangreiche Beiträge zu vielen Themen; Beiträge haben ein Aktualitätsfenster von 7 Tagen und fallen danach oft in eine gewisse Irrelevanz.
So viel zu meinen Gedanken, die ich spontan verschriftlicht habe. Wie gesagt handelt es sich um einen Diskussionsbeitrag, bei dem auch ich noch lange nicht am Ende meiner Gedanken bin, wie ich Hive bewerte, wie ich Hive nutzen möchte, was Hive kann und was eben nicht. Wenn mir neue relevante Gedanken kommen, werde ich in Zukunft auch versuchen neue Beiträge zu schreiben und eine Diskussion anzufachen und am Laufen zu halten.