
Kräuterkunde: Hirtentäschel - Capsella bursa-pastoris
@charlissy
Posted 1d ago · 18 min read
Systematik
- Familie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) (typisches Merkmal dieser Familie: vier, sich kreuzweise gegenüberstehenden Blütenblätter) (somit verwandt mit Kresse)
- Gattung: Capsella
- Art: 3 - 5
- Gewöhnliches Hirtentäschel (Einziges mit der medizinischen Bedeutung für uns)
- Capsella grandiflora
- Rötliches Hirtentäschel

Volkstümliche Namen
- Beutelschneider(kraut)
- Bauernsenf (da als Senfersatz angewendet wird)
- Bettseicherle
- Blutwurz
- Blutkraut
- Burenschinken
- Dachsenkraut
- Geldbeutel
- Hirtensäckel
- Gewöhnliches Hirtentäschel
- Gemeines Hirtentäschel
- Gänsekresse
- Hirtentäschelkraut
- Herzel(kraut)
- Herzkreitsche
- Hellerkraut (nicht mit dem Acker-Hellerkraut verwechseln!!)
- Himmelmutterbrot
- Heinotterblume
- Kummerblume
- Kochlöffel
- Löffeli
- Löffeldieb
- Mutterherzen
- Muttergottesbrot
- Sackelchrut
- Säckelcrut
- Schneiderbeutel
- Schnapschinken
- Schinkensteel
- Schinkenkraut
- Schülersäckel
- Taschenkraut
- Täschelkraut
- Taschendieb
Englisch: Shepherds purse

Namensherkunft
Das Hirtentäschel hat im 18. Jhd vom schwedischen Naturforscher Carl von Linné seinen (lat.) wissenschaftlichen, einheitlichen Namen Capsella bursa-pastoris erhalten.
Der Gattungsname "Capsella" bedeutet "Kleine Kapsel". Und der Artenname "bursa-pastoris" wird übersetzt mit "kleine Tasche des Hirten" und bezieht sich auf die Form der dreieckigen Samenschoten.
"bursa" = Tasche, Beutel "pastoris" = Hirte, Schäfer
Auch bedeutet es kleine Kapsel des Hirtenfells. Es leichtet sich von dem aus Fell produzierten Taschen der Hirten ab, welche ähnlich wie die Pflanzenform aussieht.
Bekannt als "Hirtentäschel" oder "Hirtentäschelkraut" wurde das Kraut traditionell von Hirten gebraucht, um kleine Wunden oder Nasenbluten zu behandeln.

Mythologie/Geschichte
Hirtentäschel gehört zu den ersten Heilkräutern, die in alten Aufzeichnungen Erwähnung fanden. Es wird seit Jahrhunderten in unterschiedlichen Kulturen für seine medizinischen Eigenschaften geschätzt. Damalige große Gelehrte der Römer und alten Griechen wussten um das Kraut und wertschätzten es. Hippokrates, Dioskurides und Paracelsus waren die blutstillende Wirkung der Pflanze gewahr. Amerikanische Indianer pulverisierten die Blüten und Früchte und konsumierten es bei Kopfschmerzen. Während es in Spanien zur Einleitung der Geburt eingesetzt wurde (dabei möchte ich hier ausdrücklich erwähnen, dass ich in den Quellen bisher nur gelesen habe, dass es überaus wichtig ist, dass die Pflanze erst nach der Geburt des Kindes eingenommen wird und niemals während der Schwangerschaft, da es sehr wehenfördernd ist!) In unserer traditionellen Volksmedizin ist es meist benutzt wurden zur Behandlung von Blutungen, Verdauungsstörungen und Hauterkrankungen. Seit dem Altertum und der Antike wird dieses Kraut als Heilpflanze angewendet. In der Antike werden den Samen Heilattribute zugewiesen gegen unterschiedliche Beschwerden wie Ischiasschmerzen oder Gebärmutterleiden. Im Mittelalter wurde die leicht blutstillende Wirkung von Heilern entdeckt und genutzt. Dabei wird die heilende Wirkung der Pflanze bereits im 11. Jahrhundert von Hildegard von Bingen schriftlich erwähnt. Nach Hildegard von Bingen:
Wird das Kraut gesotten und damit öfter gegurgelt, so heilt es vielerlei Halsgeschwüre. Zerstoße das Kraut und seihe den Saft daraus, sodann gebe den Saft in die eiternden Ohren, und es wird besser werden.
Gewiss nachzuweisen lässt sich die Anwendung in den Medizinbüchern des 15. Jhd. Es wurde beschrieben als "Täschenkraut" gegen Nasenbluten, blutigen Durchfall, starke Regelblutungen und sogar Harnsteine. Doch auch schon Hippokrates (460 - 377 v. Chr.) nutzte im alten Griechenland das Hirteltächelkraut als wichtiges Mittel zum Blutstillen, bei ungewöhnlich starken Blutungen der Gebärmutter. Später hat vor allem Kräuterpfarrer Hieronymus Bock dem Kraut wegen seiner Wirkung den Frauenarzneien zugeschrieben. Es wird nicht nur bei zu starker Regelblutung oder mächten Blutfluss nach der Geburt eingesetzt, sondern wird auch anderweitig zum Blutstillen benutzt. In damaliger Zeit war Hirtentäschel der Ersatz für das Mutterkorn bei Blutungen der Gebärmutter. So setzte sich der Gebrauch der Pflanze vom alten Griechenland bis ins Mittelalter bis heute durch. Im Mittelalter war die Pflanze gebräuchlich um Nasenbluten zu stillen oder bei Hämorrhoiden zu helfen. Auch zeigte sich beim Verzehr des Krautes eine positiven Effekt auf die Blutgefäße. Ihm werden blutreinigende und harntreibende Wirkungen nachgesagt. Auch dient das zerquetschte Kraut als Erste-Hilfe-Mittel bei Verletzungen, einfach auf die Wunde gelegt. Desweiteren ist es ein hervorragendes Mittel bei vereiternden Ohren und giftigen Tierbissen im Mittelalter gewesen. Auch Pflanzenpfarrer Künzle griff zu dem Hirtentäschel und zerkleinerte es zu einem Verband auf eine frische Wunde. Selbst im ersten Weltkrieg erinnerten sich Soldaten an die Volksheilkunde und griffen bei blutigen Kriegsverletzungen auf dieses blutstillende Kraut zurück. In beinahe jedem Nonnenklostergarten kann man Hirtentäschel auffinden. Es werden ihm nämlich eine lustdämpfende Wirkung für Frauen zugesagt. Deshalb wurde es, ähnlich dem Bier für Mönche, in damaliger Zeit vorrangig jungen Frauen als Tee zubereitet, welche ein keuches Leben priorisierten. So wird auch noch in der heutigen Naturheilkunde die Pflanze zum Stillen von Blutungen eingesetzt, da sie adstringierende Wirkungen aufweist. Gerade wegen der stark blutstillenden Inhaltsstoffe gilt die Pflanze als einer der besten Heilkräuter um die starken Monatsblutungen der Frau wieder in Balance zu bringen.
Volksglauben
Zahnenden Kindern (also Kinder, die gerade neue Zähne wachsen) könnte es wohl Erleichterung schaffen, wenn ein kleines gefülltes Säckchen mit dem Hirteltäschel an Kinderbettchen gehängt wird. Darin fand sich die Hoffnung der Eltern und Kinder eine ruhige Nacht erhalten zu können.
Es gibt einige Mythen und Geschichten rund um das Hirtentäschel. Beispielsweise heißt das Kraut bei den Iren "Clappedepouch" und der Name ist eine Anspielung auf das Betteln von Kranken, welche mit einer Glocke oder einem Klöppel an Straßenecken um ein paar Almosen bitten.
Ein weiterer Aberglaube lautet, dass es ein schlechtes Jahr für die Bauern geben soll, wenn die Pflanze sich zu früh im Frühjahr zeige. Daher stammt auch sein volkstümlicher Begriff "Kummerblume". Das Kraut wird gerne von Hühnern und Vögeln gefressen und deren Eier sollen durch den Verzehr eine deutlich gelberen Eidotter bekommen und intensiver schmecken.
Dem Hirtentäschel wird in einigen Kulturkreisen als Symbol gesehen, sodass es als Glücksbringer fungiert, was mit Fruchtbarkeit, Schutz und Wohlstand verbunden wird.
Signaturenlehre
Im Rahmen der Signaturenlehren wird der Pflanze aufgrund der zahlreichen kleinen Blüten Attribute der Fruchtbarkeitssteigerung zugeschrieben. Dabei gibt es diesbezüglich keine verlässlichen Studienergebnisse.

Märchen um das Hirtentäschel
- Geschichte zum Hirtentäschel
Es war einmal ein kleiner Hirte, der viel sensibler war als die anderen großen Hirten. Da es auch um seine Muskelkraft nicht zu gut bestellt war, bekam er immer nur die kärglichsten, steilsten und steinigsten Fleckchen Weide für sich und seine kleine Ziegenherde ab. Die anderen Hirten feixten und lachten ihn aus. Aber wie sollte je etwas Gescheites aus ihm werden, wenn er und seinen Tiere nur selten genug zu essen bekamen. Gott sei Dank war er ein beherzter Flötenspieler und konnte sich so ab und zu den einen oder anderen Kreuzer dazuverdienen, wenn es im Dorf etwas zu feiern gab. Als er eines Nachts von einer Hochzeit auf der er aufgespielt hatte, nach Hause schlenderte, hörte er ein verzweifeltes Jammern vom Straßengraben herauf. „Mütterchen, Mütterchen, was macht ihr zu so später Stunde im Graben dort unten?“, wollte der verdutzte kleine Hirte wissen, als er in den Graben hinter geklettert war. „Hilf mir doch, so hilf!“ weinte die Alte, die dort jämmerlich verdreht im Graben lag. „Ich bin gestürzt und kann nicht mehr aufstehen. Mein Bein blutet. Ich glaube, gebrochen ist es auch noch!“ Der kleine Hirte nahm all seine Kraft zusammen und hob die Alte aus dem Graben, um sie auf ein weiches Fleckchen Wiese zu betten. Flugs riss er das Kraut, das neben der Straße wuchs aus und presste es fest auf die blutende Wunde - und siehe da, es dauerte nicht lange, da hörte das Blut zu fließen auf und es bildete sich eine dunkelrote Kruste. „Jetzt mach ich dir noch eine Schiene und einen ordentlichen Verband. Und mach dir keine Sorgen, so behandle ich immer meine Ziegen, wenn sich eine verletzt!“ Die alte Frau nickte dankbar – zwar mit Schmerzverzerrtem Gesicht, aber trotzdem unendlich erleichtert. Als der kleine Hirte sein Werk vollendet hatte, klaubte er sein Täschchen aus dem Gras auf, entnahm im den eben verdienten Kreuzer und drehte das Geldstück nachdenklich zwischen den Fingern. „Ich ruf dir jetzt noch den Bauern, der soll dich mit seinem Fuhrwerk nach Hause bringen!“ sagte er lächelnd und gab der Alten auch noch sein letztes Stücklein Käse, damit sie inzwischen etwas zu Kräften käme. „Der Herrgott vergelt's dir tausend Mal!“ flüsterte die Alte mit Tränen in den Augen, als sie der Bauer auf das Fuhrwerk gehievt hatte. „Gern gescheh'n! Und werde bald wieder gesund!“ rief ihr der kleine Hirte zum Abschied zu, als er den Bauern mit seinem Kreuzer bezahlte. Kaum war das Fuhrwerk außer Sichtweite, verließ den kleinen Hirten jedoch der Mut. Sein Magen war leer, der Kreuzer weg und auch das Stückchen Käse hatte er verschenkt. Er öffnete seine Tasche um nachzusehen, ob nicht doch noch ein Krümelchen übrig war. Aber was war das? Diese war plötzlich voller kleiner grüner Minitäschchen. „He, genau solche hingen an der kleinen Pflanze, die ich der Alten auf die Wunde gelegt habe! Vielleicht kann man die ja auch essen!“ Uns so kostete er. Und weil ihm die Samen in den kleinen Täschelchen schmeckten und er einen Bärenhunger hatte, aß er den Inhalt der Tasche ratzeputz leer. Mit den verzehrten Täschelchen beseelte ihn jedoch eine neue, ungeahnte Weisheit. Wie Schuppen fiel es ihm von den Augen, was diese Pflanze alles konnte. Durch sein neues Wissen aber, wurde aus dem armen kleinen Hirten plötzlich ein angesehener Hirte, Heiler und Ratgeber, dessen Ziegen von nun an auf den saftigsten Flecken weideten und schon bald rund und gesund aussahen, mit wunderschön glänzendem Fell. Wenn du wissen willst, wie die Geschichte von unserm kleinen Hirten weiter gegangen ist, dann geh hinaus und horch ganz genau hin! Denn wenn der Wind durch die Hirtentäschel streicht, kann man den kleinen Hirten tuscheln oder auf seiner Flöte spielen hören.
.2. Geschichte vom Hirtentäschel
Auszug aus "Die alte Kräuterfrau" Die Kinder saßen um den Ofen herum, dessen Feuerluke weit offen stand und das Geknister des Holzes eine märchenhafte Spannung verbreitete. Sie hörten der Alten zu, die von dem armen Hirten erzählte, der mit den Schafen des Dorfes über die Wiesen zog. In dieser Zeit bekam er immer genügend Brot, frisches Wasser aus den Bächen und ein wenig Käse. Aber im Winter sah es oftmals sehr karg in seinen Taschen aus. Oft war der einzige Inhalt seine Flöte, auf der er spielte, wenn es im Dorf etwas zu feiern gab. Auch in diesem Winter war ein großes Fest und er spielte den ganzen Tag und bis spät in die Nacht. Am Ende gingen alle fröhlich nach Hause und vergaßen, den armen Hirten zu entlohnen. Er darbte so sehr, daß ihm der Magen knurrte. Ein Wanderbursche, der durch dieses Dorf kam, dachte sich, der Hirte hat die ganze Nacht gespielt und allen viel Freude gemacht, der müßte ja was zu essen haben. Aber wie enttäuscht war er, als der arme Hirte auch nur leere Taschen hatte. Er zog beschämt die Flöte aus der Tasche und ließ den Wanderburschen hineinschauen. Auch er erblickte weiter nichts als ein einziges klitzekleines Samenkörnchen, was im Sommer von den Wiesen hier hineingelangt war. Der Hirte nahm es heraus, es sah aus wie ein Herzchen. Ja, meinte er, wenn es nur ein klein wenig größer wäre, dann könnten wir vielleicht davon satt werden. Er spaltete mit zarten Fingern, die nur ein guter Flötenspieler haben kann und siehe da – jede Hälfte des Körnchens wuchs. Es wuchs so lange, bis sich jeder an seiner Hälfte sattgegessen hatte. Danach fügten sie die äußeren Splissen wieder zusammen und das Samenkorn nahm seine Urgestalt wieder an. Die beiden konnten vor Staunen kein Wort sprechen. Der Wanderbursche fragte, woher wußtest Du, daß man den weißen Inhalt essen kann? Der Hirte antwortete, daß er den Schafen zugeschaut habe und öfter mal probierte, was sie da naschten. Gerade dieses Körnchen habe ich schon öfter mal gepflückt, es ist nur sehr mühselig und zum Sattwerden hat es nur heute gereicht. Ich war ja auch noch nie so arm und hungrig wie in dieser Nacht. Und wie heißt denn das Kräutlein, woran das Körnchen reif geworden ist, fragte der Wanderbursche weiter. Das weiß ich leider nicht, sagte beschämt der Hirte. Na gut, sagte der Wanderbursche. Wir geben dem Körnchen einen Namen. Wir fanden es in Deiner Tasche und Du bist Hirte. Also heißt es ab heute Hirtentasche. Bist Du einverstanden? Nicht ganz, meinte der flötenspielende Hirte, es ist doch so winzig, nennen wir es doch lieber Hirtentäschel. Gut so? Er warte die Antwort nicht mehr ab und spielte ein Liedchen. Die Kinder fragten sofort, ob es das Kräutlein Hirtentäschel heute noch gibt. O ja, meinte die gute alte Kräuterfrau, im Sommer, wenn ich wieder gehen kann, ziehen wir über die Wiesen und ich zeige es Euch. Gefunden bei: www.der-fahrradladen.com/geschichten/kraeuter.pdf

Inhaltsstoffe
- Aminosäuren (über 20), z.B.:
- Ornithin
- Aminobuttersäuren
- Prolin
- Alkaloide (Herzfrequenz senken)
- Ätherisches Öl
- Biogene Amine (Steigerung von Uteruskontraktionen, Reduzierung der Blutung)
- Acetylcholin
- Tyramin (Neurotransmitter)
- Brusasäure
- Cholin
- Flavonoide (entzündungshemmend, antioxidativ, Linderung von Menstruationsbeschwerden, gefäßstärkend, fördern Blutgerinnung)
- Quercetin
- Kämpferol
- Diosmin
- Rutin
- Luteolin
- Histamine
- Gerbstoffe (gefäßstärkend, fördern Blutgerinnung)
- Glucosinolate
- Kaliumsalze
- Kalziumsalze
- Kaffeesäurederivate
- Mineralien
- Nortropanalkaloide (geringe Mengen)
- Organische Säuren
- Oxytocin ähnliches Peptid (kann Blutgerinnung beeinflussen) (eine Eiweißverbindung, die dem menschlichen Hormon Oxytocin ähnlich ist)
- Proteine
- Phenolsäuren (antibakteriell, antiviral)
- Phenylcarbonsäuren (Förderung von Blutgerinnung, Blutfluss stoppen von Menstruation)
- Sterole
- Senföle (die reifen Samen)
- Senfölglykoside (auch Glucosinolate)
- Sinigrin (größere Mengen)
- Saponin
- Stickstoffhaltige Verbindungen
- β-Sitosterol, Infos darüber hier
- Triterpene (entzündungshemmend, immunmodulierend)
- Tannine
- Vitamine A,B,C

Wirkungen
- abführend (innerlich angewendet)
- antibiotisch
- antioxidativ
- blutreinigend (innerlich angewendet)
- blutstillend (einer der Hauptanwendungsgebiete, äußerlich und innerlich angewendet)
- blutdruckregulierend (also je nach Dosis blutdrucksenkend oder -steigernd)
- durchblutungsfördernd
- entzündungshemmend
- gefäßstärkend
- harntreibend (innerlich angewendet)
- krampflösend (innerlich angewendet)
- kräftigend
- menstruationsfördernd
- rückbildungsfördernd (innerlich angewendet)
- schmerzlindernd
- stoffwechselanregend
- stressreduzierend
- tonisierend
- verdauungsfördernd
- wehenfördernd (innerlich angewendet)
- zusammenziehend (äußerlich angewendet)

Anwendungsgebiete
- Arteriosklereose
- Abnehmen
- Blasengrieß, Blasenschwäche (Tee, Sitzbäder, mit Essenz die Stelle einreiben)
- Bluterbrechen
- Blutharnen
- Blutungen im Auge
- Blutungen im Mund
- Blutungen nach einer Fehlgeburt (Tinktur)
- Blutungen während der Geburt, wenn es zu stark ist während die Plazenta noch nicht geboren ist (nur benutzen, wenn Baby schon geboren ist!!)
- Blutungen (Homoöpathie)
- Blutdruck (hoher, niedriger)
- Durchfall (Tee aus 20 g Hirtentäschel, 15 g Eichenrinde, Kamillenblüten, Blutwurzeln und 5 g Gänseblümchen)
- Darmbluten (Tee)
- Darmvorfall (3x täglich 10 Tropfen Essenz in Tee, Hautbereich um After mehrmals täglich mit Essenz einreiben)
- Entzündungen im Magen-Darmtrakt
- Erkältungen
- Ekzem
- Fieber
- Fehlbildungen der Gebärmutter
- Geschwollene Brust (zB in der Stillzeit) (Umschlag)
- Gebärmuttertumor
- Gebärmuttersenkung
- Gebärmutterblutungen
- Gebärmuttervorfall (Unterleib von der Scheide aufwärts mit Essenz einreiben)
- Gebärmutterentzündung (Tee)
- Gallensteine (Tee)
- Gicht
- Grippale Infekte
- Gallenprobleme (Homoöpathie)
- Hämorrhoiden (wegen adstringierender Wirkung) (Sitzbad)
- Herzschaden, Herzschwäche (Tee)
- Ischiasschmerzen (die Samen)
- Impotenz (Unterleib mit Essenz einreiben)
- Kreislaufschwäche
- Krampfadern (wegen adstringierender Wirkung)
- Lungenschwäche
- Leistenbruch (die Stelle mit Essenz einreiben)
- Milchejektion
- Malaria (zur Behandlung, wird in Asien angewendet)
- Muskelerkrankungen (äußerlich) (täglich Stelle mit Essenz einreiben)
- Muskelschwund (betroffene Stelle täglich mit Essenz einreiben, zusaätzlich mit Thymian-Öl)
- Magenschmerzen
- Magenblutungen (leichte, behandlungs-unterstützend) (Tee)
- Menstruationsbeschwerden, Menstruationsstörungen (lindert starken Menstruationsfluss also Menorrhagie, und hilft wenn Blutung aussetzt, Regulierung des Menstruationszyklus; wird empfohlen bei der Zyklusmitte einzunehmen) (Tee-Kur: Beginn 8 bis 10 Tage vor Beginn der Periode 2 Tassen täglich) (Volksmedizin)
- Multiple Sklerose (2 bis 3 Mal täglich die betroffene Muskelpartie mit Essenz einreiben, Dazu 4 Tassen Frauenmantel-Tee und 2 Tassen Salbei-Tee tagsüber trinken)
- Nachwehen (erst Hirtentäschel nutzen, wenn Baby bereits geboren ist!!!)
- Nasenbluten (lokale Anwendung und Tee)
- Nierenprobleme (Homoöpathie)
- Nierensteine, Nierengrieß
- Nierenblutungen (Tee mit Ackerschachtelhalm, 2 Tassen am Tag schluckweise trinken)
- Nachbehandlung Schlaganfall (Die von Lähmungen betroffenen Körperpartien mehrmals täglich mit Essenz aus Hirtentäschel oder Thymian, Schafgarbe oder Johanniskraut einreiben)
- Ohrenschmerzen
- Produktion von Collagen
- Postpartale Blutungen (Linderung starker Blutung nach der Geburt)
- Rheuma (Linderung der Beschwerden) (Volksmedizin)
- Rückbildung nach der Geburt (Tee mit Melisse und Frauenmantel oder 30 g Hirtentäschelkraut, 30g Schafgarbenkraut, 30g Frauenmantelkraut und 10g Ringelblumenblüten als Tee) + um Plazenta zu lösen (etwa 1 std nach Geburt eine Tasse Tee trinken)
- Schließmuskelerschlaffung (Den After mehrmals täglich mit Essenz einreiben, Zudem 3 x täglich 10 Tropfen Essenz in Frauenmantel-Tee)
- träger Darm, der erschlafft ist durch zu viel Abführmittel
- Uterus myomatosus
- Verstopfung
- Verringerung von Geschwüren
- Wechseljahre (4 Wochen lang Tee-Kuren mit 2 Tassen Tee täglich, Danach 3 Wochen Pause und anschließend erneut eine vierwöchige Kur)
- Wunden (oberflächlich, Tee)
- Zahnfleischbluten
Kommission E: "innerlich zur symptomatischen Behandlung leichter Menorrhagie (= verstärkte Monatsblutung) und Metrorraghien (= Zwischenblutungen), lokal bei Nasenbluten und äußerlich bei oberflächlich blutenden Hautverletzungen". Kommission D: "Steinleiden, Gebärmutterblutungen, Schleimhautblutungen".
Wird auch in der Tiermedizin genutzt. Besonders Pferde profitieren davon, wenn sie unter Verdauungstörungen wie Koliken leiden. Auch Haustiere hilft die blutstillende Wirkung bei kleinen Verletzungen oder Hautproblemen.

Anwendungsbeispiele
roh, gekocht, geröstet essbar
- Cremes (gegen Altersflecken)
- Dips
- Globuli (Homoöpathie)
- Kapseln (Homoöpathie)
- Kräuterquark
- Marinade
- Nahrungsergänzung
- Pesto
- Pfefferersatz (die Samen)
- Salatbeigabe
- Saucengewürz
- Senf (die Samen) (50g Samen trocknen & zu Mehl mahlen. Mit 100ml Weißwein, 100ml Apfelessig, 2 Knoblauchzehen, 3 TL Honig, Salz und Pfeffer mischen)
- Salben (gegen Altersflecken)
- Smoothie (jungen Triebe)
- Tee
- Tinktur
- Wildgemüse
verwendete Pflanzenteile
- Samen
- Blüten
- Blätter

Merkmale
- Wuchseigenschaften: ein- bis zweijährig oder kurzlebig, aufrecht, rosettenbildend, anpassungsfähig, ganze Pflanze flaumig behaart
- Wuchshöhe: 10 - 60 cm
- Standort: sonnig bis leicht schattig
- Boden: nährstoffreich, offenen Boden, stickstoffhaltig
- Wurzel: wenig verzweigt, weißliche Pfahlwurzel, bis zu 90 cm tief in den Boden
- Stängel: aufrecht, einfach oder abstehend verzweigt, fein gerillt, im unteren Teil zerstreut behaart
- Blätter: bildet nach den Keimblättern und einigen Basisblättern eine flache, grundständige Blattrosette, längliche Blätter, am Rand buchtig gelappt bis gefiedert, Stängelblätter sind lanzettlich und ganzrandig; Unterseite dunkel behaart, Blätter an Blütenstängel sind kreuzständig angeordnet; Blattgrund umfasst den Stängel und läuft an beiden Seiten zipfelartig aus
- Blüten: weiß, doldenähnlich, Trauben, wenig verzweigt, Blütenstände wachsen aus Blattachseln der Stängelblätter, Einzelblüten nur bis 3 mm groß, 4 Kelchblätter, 4 Blütenblätter, doppelter Perianth; 1-2 mm lange, eiförmig, aufrecht abstehende, grün, weißhautrandige Kelchblätter. Diese fallen nach dem Verblühen schnell runter. Außerdem hat Blüte 4 weiße, verkehrt-eiförmige, 2-3 mm lange Kronblätter, zur Blütezeit einen sehr kleinen Fruchtknoten, 4 längere und 2 kürzere Staubblätter
- Bestäubung: Blüten können sich selbst bestäuben
- Früchte: mehrsamige Schötchenfrüchte, verkehrt herzförmig, im reifen Zustand bräunlich gefärbt
- Samen: je Pflanze bis zu 64.000 Samen, im Boden bis zu 30 Jahre keimfähig, leicht klebrig; wenn man Samen in Wasser einweicht, lockt es Fliegen an
- Verbreitung: Wind und Regenwasser, durch Vögel und andere Kleinsäuger, Samen haften auch an Reifen, Schuhen und Hufen.
- Geschmack: kresseähnlich, Wurzel ingwerähnlich (getrocknet und gemahlen), Früchtchen nussigartig, Samen leicht pfeffrig
- Lebensgemeinschaft mit: Vogelknöterich, Acker-Melde
- Chromosomen-Baszahl von n = 8
Oben Acker-Hellerkraut, Unten Hirtentäschel

Vorkommen
rund um die Welt in beinahe allen Ländern aufzufinden Ursprung: mediterraner Raum, Südeuropa und Westasien
Fundorte
Im Subalpinen bis zu einer Höhenlage von 2.500 m
- Äckern
- Baugruben
- Brachland
- Böschungen
- Felder
- Fußwege
- Gräben
- Gärten
- Mauerritzen
- Ödland
- Ruderalflächen
- Schuttflächen
- Siedlungsnähe
- Straßenrand
- umgepflügten Äckern
- verlassene Fabrikgelände
- Wiesen
- Weiden
- Wegen
- Wegränder
- zwischen Pflastersteinen

Sammelhinweise
- Aussaat: im Frühjahr
- Blütezeit: Februar - Oktober
- Sammelzeit: ab März Blätter und Stängel, Samen Juni - September,
- Trocknung: Innerhalb von 3 Monaten sollte die Pflanze konsumiert werden, da sonst ihre Inhaltsstoffe verfliegen.
- Insekten: Schwebfliegen, kleine Wildbienen-Arten
- Schädlinge: eine Pilzkrankheit mit dem Namen Weißer Rost, Kohlhernie (überträgt es dann auch auf Raps über, weil es oft auf solchen Feldern als Unkraut wächst und beide der gleichen Pflanzenfamilie angehören)
- Nebenwirkungen: Bei Überdosierung kann es zu Durchfall kommen. In der Schwangerschaft lieber auf Hirtentäschel verzichten, da es ansonsten zu frühzeitigen Wehen führen könnte. Manche Menschen reagieren allergisch auf das Hirtentäschel, dann auch nicht konsumieren. Wechselwirkungen mit Medikamenten sind durchaus möglich und sollte daher auch vorher mit dem Arzt abgesprochen werden. Aus mir unerklärlichen Gründen gelten die Teile der Pflanze als giftig. Dennoch wird es in der Naturheilkunde angewendet, nur nicht in hohen Dosen und nicht zu lange eingenommen. Möglicherweise liegt das an den Alkaloiden. Es kann außerdem dazu kommen, dass wenn der Tee in zu großen Mengen zu oft getrunken wird, dass es das Gedächtnis negativ beeinflusst. Jeder Körper reagiert anders, weswegen es sein kann, dass die blutstillende Wirkung der Pflanze bei manchen ins Gegenteil umkehrt und bei der Einnahme dabei die Blutung verstärkt wird. Deswegen sollte man ganz genau den Körper beobachten und auf die Signale achten. Falls wirklich die Blutung sich verstärkt, dann sollte auf andere Kräuter gegriffen werden, wie bspw. Blutwurz (Potentilla tormentilla). Darüber hinaus ist wichtig, dass bei starken gynäkologischen Blutungen ein Arzt konsultiert werden sollte, wenn die Ursache unklar ist um organische Ursachen ausschließen zu können.
Verwechlungsgefahr!
- Acker- Hellerkraut (Thlaspi arvense) (wächst größer und kräftiger als Hirtentäschel, hat rundere Taschen als Hirtentäschel)

Links Acker-Hellerkraut, Rechts Hirtentäschel

Unterschied anhand der Samen:
- (oben links) Hirtentäschel: kleine herzförmige Taschen grün, braune Färbung.
- (rechts) Ackerhellerkraut: große Schoten mit hellgrünem Punkt in der Mitte
- (unten links) Stängelumfassendes Hellerkraut: hellgrüne kleine Schötchen

Oben Hirtentäschel-Blüte, unten links Bärlauch, unten rechts Waldmeister.
Auch erinnert die Blüte des Hirtentäschel an die des Wiesenschaumkrauts.

Links Löwenzahn, Rechts Hirtentäschel
Quellen: Keine der Bilder von mir, alle von den unten genannten Quellen. (Es ist voll schwierig mit einer Handykamera eine Nahaufnahme der Pflanze zu bewerkstelligen) t.me/hebammekerstinpatzig t.me/kruterhexe t.me/naturkraftgeburt t.me/pflanzenheilkunde 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
Hinweis !
Bei Verbesserungsvorschlägen, Fehlern und Inspirationen bitte ich um Korrektur. Der Beitrag ist nicht vollständig und es ist noch lange nicht alles über diese Pflanze gesagt. Dieser Beitrag dient nicht als Heilversprechen, sondern als Zusammenstellung, was ich über die Pflanze im Internet finden konnte. Wenn du die Pflanze einnimmst, bedeutet es nicht, dass du automatisch von all deinen Krankheiten befreit bist, doch du kannst sie als Begleitmittel nutzen und um dich wieder mit der Natur zu verbinden.
Da ich für Eigenverantwortung bin, wünsche ich mir, dass ihr euch selbst informiert, wenn ihr eine Pflanze einnehmen wollt, und nicht nur auf diesen Beitrag vertraut, sondern euren eigenen Weg findet mit der Natur zusammenzuarbeiten.
Dann wünsch ich euch viel Spaß bei eurer Reise mit der Natur :)
~charlissy